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Rhodo's

Zu den Rhododendrengruppen und Sorten

Mit diesen wunderschönen Gehölzen hat meine “Sammelleidenschaft” begonnen.

Als ich ca. 1985 einen Heidegarten anlegen wollte, stieß ich bei den passenden Begleitpflanzen u. a. auf das Gehölz Rhododendron. Und nachdem ich mir die Kataloge der beiden großen und bedeutenden Rhodendrenzüchter Deutschlands (H. Hachmann und D. G. Hobbie) habe schicken lassen, nahm das Schicksal seinen Lauf:          

Ich konnte ob dieser Farben- und Blütenvielfalt mich nicht nur für drei oder vier Stück entscheiden, nein, ich habe mich entschlossen, dem Grundstück als Leitpflanze die Rhododendren zuzuweisen. Ich habe - entgegen jedwedem besseren Wissens und guten Ratschlägen - die gesamte Südseite mit Rhodis bepflanzt. Und die gedeihen prächtig!! Und das im rauhen nordhessischen Klima!
Bis es soweit war, mußten allerdings entsprechende Bodenverhältnisse geschaffen werden. Ich habe nach dem Abstechen der Grasnarbe (schließlich waren von den 800 qm Grundstück ca. 500 qm mit Rasen ausgesät) unzählige Male das für die Rhodis vorgesehene Stück umgestochen, Kies, Sand und Torf eingearbeitet. Wieder und immer wieder. Zum Schluß wurden dann die entsprechend großen Pflanzlöcher noch mit Rhodohum verbessert. Allerdings sitzt inzwischen der größte Teil der Rhodis nicht mehr an dem ihm einmal zugedachten Platz. Zeigte sich doch spätestens im nächsten Jahr zur Blüte, daß die arrangierten Farben und Blühzeiträume einfach nicht miteinander harmonieren wollten. Also war Umpflanzen angesagt. Neue Farbkombination. In die entstandene Lücke mußte natürlich ein Ersatz. Wieder wurden die Kataloge studiert, Farbe und Höhenwachstum abgeglichen und erneut bestellt! Auf diese Art und Weise habe ich es zu 40 verschiedenen Sorten gebracht. Die ältesten haben inzwischen die stattliche Höhe von etwa 2,30 - 2,80 m erreicht und bieten einen schönen Sichtschutz an der Grundstücksgrenze.

Selbstverständlich habe ich trotz der großen Anzahl auch meine besonderen Lieblinge. Und das sind insbesondere: Duke of York, Gomer Waterer (beides sozusagen uralte Sorten, nämlich vor 1894 bzw. 1900), Dagmar (eine tschechische Züchtung), Loy, Erato, Viscy, Marcel Menard, Scintillation, Arthur Bedford , um nur einige zu nennen.
Natürlich haben sich nicht alle Sorten so entwickelt, wie ich mir das erhofft hatte. Manche sind nach einigen Jahren des schön kompakten Wachstums plötzlich auseinandergefallen z. B. Ornament, oder fielen der sog. Triebwelke zum Opfer Abendrot, Seestadt Bremerhafen, Astrid, Lachsgold. In manchen Jahren mußten wir - obwohl wir versuchen, ohne viel Chemie im Garten auszukommen - doch spritzen, da die Blattläuse bzw. die weißen Fliegen überhand nahmen . Den Rhododenronrüssler, der auch meine Pflanzen heimsuchte, haben wir ziemlich erfolgreich mit Nematoden bekämpft. Es war zwar ein mühsames Unterfangen, da wir oft zwei oder gar drei Jahre hintereinander die Nematoden ausbringen mußten, führte aber letztendlich doch zum Erfolg. Eine Freundin von mir, die ich vor einigen Jahren mit meiner Rhododendronleidenschaft infiziert habe, hat sich tatsächlich die Mühe gemacht und ist nachts um 12 oder 1 Uhr mit Taschenlampe und Bettlaken bewaffnet in den Garten gegangen und hat die üblen Käfer abgesammelt und vernichtet!!

Während der ersten Jahre habe ich jede einzelne Pflanze höhen- und breitenmäßig gemessen, statistisch festgehalten, alle, aber wirklich alle (!) abgeblühten Blütenstände herausgebrochen und dabei gezählt. Dabei brachte z. B. Duke of York, ,gepflanzt im Jahre 1990, im Jahr 2000 sage und schreibe 610 Blüten hervor. Bei Marcel Menard habe ich zuletzt ebenfalls weit über 600 Blüten gezählt. Die Sorte Viscy ist in jedem Jahr ein Garant für absoluten Blütenreichtum!

Im Jahre 2005 habe ich bei den meisten letztmalig die abgeblühten Blütenstände herausgebrochen, da die Pflanzen z. T. dann schon so groß waren, daß ich an den oberen Bereich nicht mehr heranreichen konnte, ohne Gefahr zu laufen, frische Triebe oder gar Zweige abzubrechen. Ich mache das jetzt nur noch bei den niedrigen Sorten bzw. in den Bereichen, an die ich problemlos herankomme. Ich habe mit dieser Tätigkeit jedes Jahr viele, sehr viele Stunden zugebracht und hatte danach schmerzende Fingergelenke. Aber im nächsten Frühjahr haben mich meine Lieblinge mit reicher Blüte dafür entschädigt!

Leider haben auch einige Sorten, die mir sehr am Herzen lagen, irgendwann aus unerfindlichen Gründen die Segel gestrichen. Auffallend ist, daß es fast ausnahmslos gelbblühende Sorten waren (Sabrina, Lachsgold, Goldbukett). Möglicherweise war natürlich auch der Standort nicht optimal. Ich weiß es nicht. Schade, denn sie alle waren wunderschön. Ich kann trotzdem jedem, der den Wunsch hat, gelbblühende Rhodis zu pflanzen, diese Sorten empfehlen. Das Farbenspiel speziell bei Sabrina und Lachsgold ist einfach gigantisch! Die Knospen sind grellpink, die Blüte zeigt innerhalb weniger Tage das Farbspektrum von Pink über Lachsrosa bis Lachsgelb und schließlich in Hellgelb endend. Das heißt, über etwa 3 Wochen ein beinahe täglich wechselndes Bild!!

Allerdings hat so viel Schönheit auch eine Schattenseite. Und das ist das Frühjahr mit extrem heißen Temperaturen oder mit zu niedrigen Temperaturen. Ist es z. B. im Mai schon über 30 Grad heiß, dann leidet das Laub, bekommt Sonnenbrand. Die meisten Blüten sehen bereits nach wenigen Tagen total welk aus (das trifft besonders auf die reinrot blühenden Sorten wie Erato oder Tarantella zu). Ebenso betroffen davon sind alle dunkel-/tiefviolett blühenden Sorten. Ein ideales Rhododendronjahr war z. B. das Jahr 2004. Da kamen alle Sorten voll zum Zuge!! Die Farbenpracht und die Perfektion der Blüten war einfach gigantisch! Weniger günstig war das Jahr für die Taglilien.

Aber wie jede Pflanze haben auch die Rhodos ihre ihnen weniger wohlgesonnenen Besucher (das sind insbes. die Zikaden, die weiße Fliege und/oder Blattläuse) oder sie lassen sich von Pilzinfektionen oder anderen Blatterkrankungen heimsuchen (Phytophthorawelke, Algenbefall, Eisenmangel).

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